Jahresfahrt der Radsportgruppe

Radeln, Regen und Reifenplatzer – Die besondere Reise von 12 Almer Radhelden zur Burg Volmarstein

Es war der 1. August, 8 Uhr morgens, als sich zwölf wackere Radfahrer des BV Alme an der legendären Schreinerei Schramm einfanden. Noch roch die Luft nach frischem Kaffee, der Himmel versprach etwas trockenes Radwetter – also klar, dass es später in Strömen regnen würde, denn über das Wetter wurde an diesem Wochenende gelogen,  dass sich die Balken biegen. 

Frühstück Deluxe in Neheim:

Nach rund der Hälfte der ersten Tagesetappe stand der erste Höhepunkt an: ein Zwischenstopp bei Holger Stahl und seiner Frau in Neheim. Die beiden öffneten uns nicht nur ihre Garage, sondern auch ihr Herz – und ihren Kühlschrank. Kaffee, Brötchen, gute Laune – alles da! Vielen Dank an Holger, für diesen Boxenstopp, der fast dazu geführt hätte, dass wir einfach dort geblieben wären.

Burg Volmarstein – durchnässte Ankunft

Frisch gestärkt ging’s weiter – über den Ruhrtalradweg, der an diesem Tag eigentlich eher Ruhrflussradweg hieß. Strömender Regen begleitete uns bis hinauf zur Burg Volmarstein, 122 Kilometer später. Trotz nasser Kleidung und durchweichter Socken hielten wir tapfer durch – schließlich schmeckt das Abendbier doppelt so gut, wenn man es sich erstrampelt und erregnet hat. Besonders erfreut hatte uns der unerwartete Besuch von Eckhard Schröder, der – hinter einer Zeitung versteckt – auf die Radler „gelauert“ hatte.

Wuppertal bei Regen – Schwebend zum Glück

Am Samstagmorgen war klar: Das Wetterkonzept „von oben nach unten durchnässen“ bleibt beibehalten. Über Glückauf- und Nordbahntrasse fuhren wir in die Wuppertaler Innenstadt bis nach Vohwinkel. Die Aussicht von der Nordbahntrasse war atemberaubend – zumindest für die, die noch durch ihre beschlagenen Brillengläser etwas erkennen konnten. Im Mirker Bahnhof, einem gediegenen Café am Radweg, konnten wir noch soeben einem sintflutartigen Starkregen entkommen,  während die Fahrräder draußen unter den Sonnenschirmen ausharren mussten.

Der Regen wollte nicht aufhören, also wechselten wir das Fortbewegungsmittel: Schwebebahnfahrt von Vohwinkel Richtung Oberbarmen! Eine trockene Stunde später kamen wir zurück – und siehe da: der Regen hatte aufgehört! Der Nachmittag führte uns durchs Bergische Land – kleine Dörfer, Felder, Wiesen und der Duft von Sommer.

Explosion im Café Kännchen

Ein besonderer Höhepunkt: Das Café Kännchen in Ilbach. Kaffee, Kuchen – und plötzlich: Ein lauter Knall! Nein, kein Feuerwerk zu unseren Ehren – Bernd Fortmanns Hinterreifen hatte den Druck nicht mehr ausgehalten und platzte spektakulär. Leider war die Reifengröße am Wochenende unauftreibbar, sodass Bernd nur noch per Abschleppwagen (!) samt Rad zurück zur Burg gebracht werden konnte.

Die Rückfahrt schrumpft die Gruppe

Am Sonntagmorgen brachen nur noch zehn Radler Richtung Heimat auf. Norbert Runge musste ebenfalls aussteigen – sein Stoßdämpfer hatte den Dienst quittiert und sorgte für unfreiwilligen Bodenkontakt der Pedale. Die restliche Truppe fuhr über Ruhrtal- und Möhnetalradweg trocken (!) zurück nach Alme, wo dann 329 km auf dem Tacho standen.

Abschied und Ausblick

Im Eulenhof endete die Tour – feuchtfröhlich diesmal nur von innen. Wir verabschiedeten Peter Schulze, der uns nun verlässt, um zu seiner Frau Reni nach Halle an der Saale zu ziehen. Wir wünschen euch beiden alles Gute – und hoffen, dass du dort ebenfalls eine Radgruppe findest, die bei Regen fährt.

Fazit:

12 Radler gestartet

2 technische Ausfälle

1 spektakuläre Reifenexplosion

329 km Gesamtstrecke

Ungezählte Liter Regenwasser

100 % Teamgeist und Spaß

Text und Fotos: Peter Pannenbäcker